Tanrekartige

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Die Familie der Tenreks (Tenrecidae) gehört mit den Goldmullen zur Ordnung der Tenrekartigen (Afrosoricida) und unterteilt sich insgesamt in zehn Gattungen und in vier Unterfamilien: Potamogalinae (Otterspitzmäuse), Tenrecinae (Igeltenreks), Geogalinae (Erdtenreks), Oryzorictina (Reistenreks). Nach molekulargenetischen Untersuchungen sind die nächsten Verwandten der Tenreks nicht etwa Insektenfresser, sondern die Schliefer, Erdferkel, Sirenen, Rüsselspringer und Elefanten, die zusammen die Überordnung der Afrotheria ( etwa "Afrikatiere") bilden.

Die erste Gruppe der Otterspitzmäuse verfügt über insgesamt drei aus Afrika stammende Arten. Sie besitzen Ähnlichkeiten zu den Ottern, da sie semiaquatisch leben. Der Körper ist stromlinienförmig, während die Schnauze abgerundet ist. Sie erreichen ein Kopfrumpflänge von ca. 30 cm und verfügen über nur sehr kleine Augen. Die Ohrmuscheln sind sichtbar. Während der Tauchgänge können die Ohren komplett geschlossen werden.

Bei den Igeltenreks handelt es sich um die bekannteste und auch am besten erforschte Gruppe aus dem Kreis der madagassischen Arten. Sie nehmen die ökologische Nische der Igel ein, die auf Madagaskar fehlen. Die Unterfamilie beinhaltet den größten Vertreter, den Großen Tenrek (Tenrec ecaudatus). Der Kleine Igeltenrek (Echinops telfairi) ist der bekannteste und auch am meisten gepflegte Tenrek. Er kommt aus den Laubwäldern des südwestlichen Madagaskars. Der Große Igeltenrek (Setifer setosus) besitzt ebenfalls ein sehr dichtes Stachelkleid, wohingegen die deutlich kleineren etwa 200 Gramm schweren Streifentanreks (Hoch- und Tieflandform) der Gattung Hemicentetes nur über Borstenhaare verfügen. Die beiden mittelgroßen Arten können sehr gut klettern, während der Große Tanrek nur am Boden lebt. Er besitzt unter den Säugetieren die höchste Anzahl an Jungen, die pro Wurf geboren werden können (bis zu 32 Junge).

Die monotypische Unterfamilie der Erdtenreks beinhaltet nur eine Art, den Erdtenrek (Geogale aurita). Er lebt auf dem Boden und ist gerade einmal etwa sieben Zentimeter groß. Sie sind die kleinsten Tenreks. Erstaunlich ist die lange Tragzeit, die insgesamt bis 69 Tage andauert. Dies könnte eventuell die längste Tragzeit für ein solch kleines Tier sein.

Die Gruppe der madagassischen Reistenreks (Oryzorictinae) ist die artenreichste. Sie beinhaltet drei Gattungen: Reiswühler (Oryzorictes), zwei subterran lebende sehr kleine Formen mit einem Gewicht von bis zu 60 Gramm. Kleintenreks (Microgale) sind mit ungefähr 18 Arten die artenreichste Gruppe, spitzmausartig mit langem Schwanz und ökologisch sehr stark gespalten, sowohl auf dem Boden lebend als auch kletternd. Die letzte Gattung wird nur durch eine Art repräsentiert. Der Wassertenrek (Limnogale mergulus) bewohnt Gewässer im östlichen Teil Madagaskars und ist an eine aquatische Lebensweise angepasst.

Akuell gehaltene Gattungen

Echinops

Hemicentetes

Setifer

Tenrec

Literatur: EHRLICH, C. (2006): Kleinsäuger im Terrarium - Biologie, Haltung und Zucht. Münster.
GARBUTT, N. (2007): Mammals of Madagascar. New Haven & London.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tenreks