Raubbeutler

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Sarcophilus harrisii - Tasmanian Devil

Die Familie der Dasyuridae bilden die carnivoren Beuteltiere aus Australien und Neuguinea. Sie wird in 74 Arten, 17 Gattungen und 99 Taxa untergliedert. Die Dasyuromorpha setzen sich wiederum aus der zuletzt genannten Familie, den Numbats oder Ameisenbeutlern (Myrmecobiidae) und den bereits ausgestorbenen Beutelwölfen (Thylacinidae) zusammen. Die Familie teilt sich in die Dasyurinae (u.a. Kowari, Beutelteufel, Beutelmarder, Dibbler), die Phascogalinae (Antechinus, Murexia und Phascogale) und die Smithopsinae (Planigale, Ningaui, Antechinomys, Sminthopsis) auf. Früher gab es eine weitere Unterfamilie, die Planigalinae – sie wird heute jedoch mit den Sminthopsinae synonymisiert. Man weiß heute, dass sich die Gruppe der Raubbeutler vor etwa 50 Millionen Jahren von den restlichen Diprotodonten getrennt hat.

Der Körperbau der Tiere ist eine Mischung aus Beuteltieren und Carnivoren. Sie besitzen ein Insektenfresser- oder Raubtiergebiss mit 40-60 Zähnen, ein meist spitzes Gesicht und einen langen, zum Teil behaarten oder nackten Schwanz. Dieser wird von einigen Arten auch als Fettspeicher genutzt. Vorder- und Hinterbeine sind etwa gleich lang und mit vier oder fünf Zehen ausgestattet. Die Großzehe ist bei baumbewohnenden Arten opponierbar. Die Glieder sind voneinander getrennt, so wie es auch von den südamerikanischen Beutelratten bekannt ist. Wenn die erste Zehe vorhanden ist, ist sie meist klein und nagellos. Die Tiere sind Sohlengänger. Meistens ist der Beutel voll ausgebildet, bei einigen Arten nur rudimentär vorhanden (beispielsweise bei Kowari). Ein Großteil der Arten ist nachtaktiv und verkriecht sich tagsüber in Erdbauten oder hohlen Baumstämmen. Die bodenbewohnenden Arten sind häufig zugleich sehr gute Kletterer.

Die Unterfamilie der Dasyurinae ist morphologisch sehr variabel. Sie beinhaltet die gerade einmal mausgroßen Dasyukulata bis hin zu den katzengroßen Beutelmardern (Dasyurus) und Tasmanischen Teufeln (Sarcophilus). Die Beutelmarder werden in sechs Arten unterteilt. Vier Arten davon leben in Australien, zwei auf Neuguinea. Allesamt besitzen sie ein fleckiges Fell mit brauner oder schwarzer Basisfärbung (Morphe bei Tüpfelbeutelmarder). Früher wurden die Pinselschwanz-Beutelmaus (Dasycercus blythi) und die Kammschwanz-Beutelmaus (D. cristicauda) zusammen mit dem Kowari einer Gattung zugeordnet. Nach genetischen Befunden zeigt der Kowari jedoch einige Differenzen, wodurch er in eine eigene Gattung (Dasyuroides) gestellt wird. Einer der kleinsten Vertreter der Dasyuinae ist die Rote Breitfuß-Beutelmaus (Dasykulata rosamondae), die erst 1965 entdeckt wurde. Der Dibbler (Parantechinus apicalis) wird heute als eine der meist bedrohten Beutelmäuse angesehen. Er kommt nur noch in einem sehr kleinen Gebiet Westaustraliens vor. Die recht ursprünglichen Streifenbeutelmäuse (Myoictis) kommen in vier Arten nur auf Papua-Neuguinea vor. Sie haben eine besonders lange Schnauze, eine Adaption an ihre vorrangig insektivore Nahrung. Fettschwanz-Beutelmäuse (Peudanthehinus) sind in sechs Arten vetreten. Sie messen gerade einmal 10 cm (ohne Schwanz) und besitzen ein spitzmausartiges Aussehen. Das Vorkommen dieser Gattung beschränkt sich ausschließlich auf Australien. Der Neuguinea-Spitzhörnchenbeutler (Neophascoale lorentzii) kommt aus den Bergwäldern Neuguineas und hat im Gegensatz zu anderen Raubbeutlern Neuguineas auffällig lange Krallen. Er verfügt außerdem über einen Aalstrich. Der Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) ist der größte rezente Vertreter dieser Unterfamilie. Heute ist er ist nur noch auf Tasmanien zu finden und fällt besonders durch seine schwarz Fellfarbe mit weißem Brustring auf. Er besitzt ein brechscherenartiges Gebiss und kann damit selbst Knochen zersplittern lassen.

Zu den eher kleineren Vertretern der Raubbeutler gehören die Phascogalinae. Sie kommen insgesamt in drei Gattungen und 25 Arten vor. Neuguinea-Beutelmäuse (Murexia) kommen in fünf Arten vor und verfügen über ein spitzmausartiges Aussehen. Ihre Körpergröße ist zwischen 8 und 29 cm, ihr Gewicht zwischen 30 und 400 g, Männchen sind deutlich größer. Die zweite Gattung der Unterfamilie ist Antechinus, die Breitfuß-Beutelmäuse, mit 13 Arten. Das Fell ist kurz und rau, während der Schwanz so lang wie der Körper ist. Wie bereits der Name verrät, besitzen diese kleinen Raubbeutler breite Füße mit entsprechenden Ballen, die besonders bei den auf Bäumen lebenden Arten ausgeprägt sind. Sie kommen nur in Australien vor. Die letzte Gattung ist die der Pinselschwanzbeutler (Phascoale). Sie umfasst zwei Arten, die ein mausähnliches Aussehen haben. Oberhalb ist das Fell braun-grau gefärbt. Neben der Größe unterscheiden sich die Arten in der Färbung der Schwanzwurzel. Sie ist bei der größeren Art grau, bei der kleineren Art rot gefärbt.

Sminthopsinae beinhaltet 28 Arten. Der Kultarr (Antechinomys laniger) aus Zentral- und Westaustralien verfügt ähnlich wie Springmäuse (Dipodidae) über verlängerte Hinterläufe. Prägend ist seine schwarze Gesichtsmaske. Sminthopsis (Schmalfußbeutelmäuse) sind insgesamt 19 Arten. Ihre Schnauzen sind kegelförmig, was ihnen ein mausähnliches Aussehen verleiht. Ihre Kopfrumpflänge beträgt 7 bis 12 cm, ihr Gewicht 10 bis 30 g. Die Flachkopf-Beutelmäuse (Planigale) sind auf Australien und Neuguinea verbreitete Raubbeutler, die äußerlich den Spitzmäusen ähneln. Der abgeflachte Schädel ist charakteristisch für die Gattung. Es werden insgesamt fünf Arten unterschieden. Ningaui sind 4 bis 5 cm lang und verfügen über ein Gewicht von 2 bis 13 g. Damit gehören sie zu den kleinsten Säugetieren überhaupt. Das Fell der Tiere ist oberseits braun oder schwarz gefärbt und unterhalb gelb. Es werden drei Arten unterschieden.

Viele Arten sind durch den Menschen bedroht. Dies geht vor allem mit der Einfuhr von Kaninchen und Fuchs durch die Europäer einher, aber auch die Umwandlung von Steppen in Ackerland. Insgesamt werden fünf Arten als vom Aussterben bedroht, fünf als gefährdet und zehn Arten als gering gefährdet angesehen.

Aktuell Gehaltene Gattung(en)

Dasyuroides

Dasyurus

Literatur: MITTERMEIER; R., WILSON, D. (2015): Handbook of the Mammals of the World. Vol. IV. Marsupials. Barcelona.