Gürteltiere

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Der Ursprung der heutigen Gürteltiere findet seinen Anfang vor etwa 58 Millionen Jahren, im späten Pleistozän. Somit gehören die Nebengelenktiere (Xenarthra) zu den ältesten fossilen Säugetieren überhaupt und spiegeln eine recht basale Form der Säugetiere dar. Fossilfunde stammen hauptsächlich aus Südamerika, teilweise auch Nordamerika, wobei nicht nachvollziehbar ist wie die Tiere dort hingekommen sind, da damals keine Landbrücke zwischen den beiden Gegenden bestand. Die Gürteltiere (Cingulata) umfassten ebenfalls die ausgestorbenen und riesenhaften Glyptodonten, welche eine Größe von bis zu 2 Tonnen erreichten. die Die nächsten Verwandten der Xenathra, zu denen außerdem die Ameisenbären und Faultiere gehören, sind vermutlich die Philodota (Schuppentiere) (Superina, 2000). Heute besitzt die Familie Dasypodidae insgesamt drei Unterfamilien: Tolypeutinae, Euphractinae und Dasypodinae, insgesamt unterteilt in 9 Gattungen. Markante Merkmale der Gürteltier sind die Gelenkhöcker an den letzten Brust- und Lendenwirbeln (Name Nebengelenkstiere!), welche die grabende Bewegung der Tiere zusätzlich stützen, die plumpe und gedrungene Statur, die Hautverknöcherung oberhalb die den Panzer darstellt, die spärlich behaarte Unterseite, der keilförmige Kopf, die kurzen Gliedmaßen und die kräftigen Grabkrallen. Die Haut der Gürteltiere ist stark modifiziert um die doppelte Knochenplättchen darauf wachsen zu lassen. Die Klavikula (das Schlüsselbein) ist stark ausgebildet. Xenarthren verfügen über zwei separate Vena cava, die das Blut zum Herz transportiert. Der Hals ist durch die Verknöcherung der Halswirbel recht starr. Der Schwanz kann ähnlich wie bei Kängurus als Stütze eingesetzt werden. Gürteltiere besitzen 11 Brust- und 3 bis 4 Lendenwirbel. Der konvexe Panzer ist nicht wie bei Schildkröten durchgängig, sondern durch elastische Bänder unterbrochen. Diese Unterteilen die verschiedenen Teile des Panzers in Kopf-, Schulter- und Beckenpanzer. Somit ist die Flexibilität des Panzers gegeben. Er schützt die Tiere vor Feinden, ist jedoch bei einigen Tieren relativ leicht zu beschädigen (Beispiel Neunbinden-Gürteltier). Selbst Kopf und Schanz sind von Knochenringen umgeben. Eine Ausnahme sind die Nacktschwanzgürteltier die einen nackten Schwanz aufweisen. Die einzige Art die sich komplett zusammenrollen kann ist das Kugelgürteltier (Dreibinden-Kugelgürteltier, Tolypeutes tricintus; Südliches-Kugelgürteltier, Tolypeutes matacus). Die Tiere laufen meistens auf den Zehen oder Sohlen. Die Zehen besitzen starke, zum Teil schaufelartige Krallen, die ideal zum Graben geeignet sind. Die Unterseite ist bei den meisten Gürteltieren behaart, bei einigen Arten finden sich auch Haare an den oberen Bändern. Insgesamt werden 21 rezente Arten unterschieden, welche eine Kopfrumpflänge von 11 bis 100 cm aufweisen (größte Art Riesengürteltier, kleinste Art Gürtelmull). Frühere Gürteltierformen (Macroeuphractus) wurden sogar so groß wie ein Hausschwein. Der Schädel besitzt eine recht leichte Bauweise, wobei diese adaptiv zu den jeweiligen Nahrungs-Ressourcen sind. Die Tiere besitzen eine lange Zunge um damit Insekten aufzunehmen.

 

Aktuell gehaltene Gattungen

Dasypus

Chaetophractus

Euphractus

Zaedyus

 

Literatur: PUSCHMANN, P. (2009): Zootierhaltung Säugetiere. Frankfurt.